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Handhabungstechnik - was ist das?

Die "Handhabungstechnik" umfasst alle Bewegungen, Abläufe, Technologien, Hebehilfen, Geräte, Anlagen und Hilfsmittel, die dazu dienen, Lasten zu bewegen, zu heben und zu transportieren.

Handhabungstechnik ist also per se nicht gleichbedeutend mit dem Einsatz von Technik (=Gerät / Anlage / Hebehilfe).
Es kann auch ein optimierter Bewegungsablauf sein. Eine Bewegungstechnik.

Nicht in jedem Falle der Einführung einer Hebehilfe bedeutet dies, dass die Anstrengung für die Mitarbeitenden weniger wird. Ein falsch gewählter Ansatz kann ggf. nur eine Verlagerung des Problems, also die Anstrengung für andere Körperteile sein.

Ziel bei der Verwendung von anwendungsbezogener Handhabungstechnik ist es, die physische Belastung der Mitarbeitenden zu minimieren und ergonomische Arbeitsbedingungen zu schaffen und damit die Gesundheit am Arbeitsplatz sicherzustellen und belastungsbedingte Ausfallzeiten und -kosten zu verhindern.

Fazit

Handhabungstechnik spielt eine entscheidende Rolle bei der Sicherstellung industrieller Prozesse und der Erreichung der Betriebssicherheit. Sie ist Basis jeder Effizienzsteigerung, Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeitenden. Durch die richtigen körperlichen Abläufe der Handhabungsbewegung und / oder eingesetzter Techniken können Unternehmen nicht nur ihre Produktivität steigern, sondern schaffen definitiv das angenehme und sichere Arbeitsumfeld durch Ergonomie. Die Kernkompetenz der Ergonomiker nutzt dazu das Konzept "Die gesunde Produktion", um genau dies zu erreichen.

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Das ist der Moment, in dem die Informationen präsent sind und Ihre Fragen brennen.

Beispiele für technische Möglichkeiten, die tägliche Arbeit anstrengungsfrei zu gestalten.

Mehr und viel detailreiches Wissen erfahren …
  • Krananlagen mit Handhabungsgeräten
    Deckenmontierte Schienensysteme oder Schwenkkrane ermöglichen das Positionieren schwerer Lasten mit
    Präzision in einem definierten Arbeitsbereich. Die Schwenkkrane / Schienen sind dabei die sog. Träger eines integrierten oder untergebauten Hebezeuges. Diese können sein:
    • Kettenzüge – elektro-motorisch oder pneumatische
      Diese Hebezeuge heben / senken per Tastendruck mit stufiger oder stufenloser Geschwindigkeit
    • Balancer – elektro-motorisch oder pneumatisch in den Versionen lastdefiniert oder lastvariabel
      Ein Greifer ist unter dem Balancer an einem Seil / Kette aufgehängt, die Last wird erkannt und durch Sensorik oder intuitiven Anfangsimpuls der Bediener/innen gegriffen und zum "Schweben" gebracht.
    • Hubachsen – elektro-motorisch oder pneumatisch in den Versionen lastdefiniert oder lastvariabel
      Diese werden auch Momentabsorber genannt, da Lasten in jeder Position gehalten und Kräfte über eine lineare / starre Hubachse kompensiert werden. Per Tastendruck oder als eine Art Balancer wird so gehoben.
    • Vakuumschlauchheber – hier wird mit der Kraft des Vakuums eine Last angehoben. Das Vakuum wird in der fabrikeigenen Druckluftanlage erzeugt oder durch eine dem Heber beigestellte elektrische Vakuumpumpe.
      Das eigentliche Greifen / Ansaugen (z.B. von Kartons) kann durch Vakuum erfolgen. Doch auch mechanische / elektrische Greifvorrichtungen, die losgelöst vom Heben arbeiten, sind machbar. Die Bedienung erfolgt zumeist mit einem sog. Finger- / Daumen-Tiller oder Handgriff, der den Luftnachfluss durch den Hubschlauch zum Heben reduziert und zum Senken zunehmend Luft einströmen lässt. Ein einfaches physikalisches Konzept.
    • Federzüge sind aus der Mode gekommen und werden nur noch bei sehr leichten / gleichen Montagearbeiten oder als sog. Werkzeugbalancer verwendet. Dabei schwebt z.B. ein pneumatischer Schraubendreher (=eine unveränderte Last) wartend am Arbeitsplatz.
    • Penta-Arme – sind zumeist pneumatisch angetriebene Auslegearme, die stetig wiederkehrende / gleiche Tätigkeiten mit geringem Höhenunterschied bewältigen. Lokal und stationär werden diese zumeist an Arbeitsplätzen in fließender Fertigung eingesetzt und unterstützen die Mitarbeitenden bei der einen Tätigkeit. 

Haken oder Geschirre können an diesen oben genannten Lasthebeanlagen verwendet werden, um dann die Schnittstelle zur zu hebenden Last zu sein. Aber in den meisten Fällen werden individuelle Lastaufnahmemittel / Greifer / Manipulatoren eingesetzt, um das Ladegut in entsprechendem Arbeitsablauf auch zu "manipulieren". So ist die Lage / Position / Ausrichtung bei der Montage, dem Palettieren, der Maschinenbefüllung etc.  individuell zu verändern und die Handhabung im gesamten Verlauf anstrengungsfrei und jederzeit sicher zu gewährleisten.

Weitere Beispiele

  • Mobile Ladelifte
    Diese sind bodengeführte (meist auf 4 Rollen) Hebe- und gleichermaßen Transporthilfen mit einem angetriebenen Hubschlitten in einem Hubmast. Der Hubschlitten wird bei einigen Modellen mit einer manuellen Kurbel betätigt. Dies ist aber eher selten und zudem nicht wirklich eine ergonomische Erleichterung. Meist finden elektrische Motoren Einsatz, die aus integrierten Akkus gespeist werden. Lasten können mit mobilen Ladeliften somit ortsunabhängig in der Produktion geholt / gebracht / auf Wunschhöhe angedient / gestapelt / manipuliert werden.
    Die verschiedenen Lastaufnahmemittel, wie Plattformen, Gabeln oder ganz individuelle Lastentragvorrichtungen können verwendet werden. Dies reicht so weit, dass komplexe und mobile Manipulatoren entstehen, die vielerlei Aufgaben übernehmen, wie Kisten- / Werkstück-Handling, Maschinenbestückung, Rollen-Handling uvm.
  • Starre Ladelifte – elektro-motorisch oder pneumatisch zu betreiben oder mit manueller Hydraulikfußpumpe
    Arbeitsplätze mit z.B. Rollenwagen zur Kisten-Handhabungen können damit ausgestattet werden, um höhengleiches Anreichen von zulaufenden / abfließenden Kisten / (Teil)Produkten an Montagearbeitsplätzen zu erreichen. Diese Hebehilfen sind ortsgebunden. Die vor- / nachgelagerte Logistik (z.B. das ortsflexible Kommissionieren, Auf- / Abstapeln usw.) im Produktionsverlauf, muss anderweitig ergonomisch gelöst werden.
  • Hubtische – elektro-motorisch oder pneumatisch in den Versionen lastdefiniert oder lastvariabel
    Diese sind weitverbreitet und bieten auch ggf. Ladeflächen als Rollbahnen oder Drehplatten, um Ladungen / Paletten leicht auf- / abzuschieben oder in der Laufrichtung umzuorientieren.

Fazit

Jedes der oben genannten Geräte bzw. die Antriebsart und die notwendige Greif(er)Technik haben individuelle Vorteile in individuellen Anwendungssituationen. Die Definition eben dieser ergonomischen Bedürfnisse (braucht es überhaupt Technik) und / oder die Definition der technischen Unterstützung ist Ergonomiker-Kerngeschäft und wird mit dem Konzept "Die gesunde Produktion" herausgearbeitet.

 
 
 

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