Wertschöpfend ... Wissenswert ... und wichtig!
Wertschöpfend …
Was ist ein wertschöpfender Arbeitsplatz?
Ein wertschöpfender Arbeitsplatz ist eine Position, an der direkt produktive Tätigkeiten ausgeführt werden, die unmittelbar zur Schaffung eines Produkts beitragen. Dieser Arbeitsplatz umfasst nicht nur die eigentliche Produktion, sondern auch die damit verbundenen vorbereitenden, unterstützenden und abschließenden Tätigkeiten (den sog. Vor-, Zu- und Nachlauf der Produktion). Mitarbeitende an einem wertschöpfenden Arbeitsplatz sind aktiv in den gesamten Verlauf des Herstellungsprozesses eingebunden – vom Beginn (Wareneingang) bis zum Ende (Versand). Somit geht es um die gesamte "Möglichmachung" der Produkterstellung unter Berücksichtigung von bester Effizienz und Effektivität der Arbeitsprozesse, um die Produktivität zu maximieren und Verschwendung zu minimieren.
Wo sind wertschöpfende Arbeitsplätze zu finden?
Wertschöpfende Arbeitsplätze sind in Produktions- und Fertigungsstätten zu finden, in denen physische Produkte hergestellt werden.
Diese Arbeitsplätze befinden sich dort, wo die Kernaktivitäten eines Unternehmens stattfinden oder in Leistungsbereichen des Vor-, Zu- und Nachlaufs der Produktion. Es handelt sich dabei um Tätigkeiten, die maßgeblich zur Produkterstellung und damit zum Geschäftserfolg beitragen.
Quote der wertschöpfenden Arbeitsplätze in Deutschland
In Deutschland ist der Anteil der wertschöpfenden Arbeitsplätze in der Industrie traditionell hoch, insbesondere im Maschinenbau, in der Automobilindustrie und in der chemischen Industrie. Aktuelle Studien aus dem Jahr 2023 zeigen, dass die Quote der wertschöpfenden Arbeitsplätze je nach Branche und Region variiert. Generell liegt der Anteil wertschöpfender Tätigkeiten in Deutschland bei etwa 60 bis 70 Prozent aller Arbeitsplätze, wobei dies stark von der jeweiligen Branche abhängt.
Diese Werte unterliegen jedoch einem stetigen Wandel, da technologische Fortschritte und der zunehmende Einsatz von Automatisierung und Digitalisierung die Art und Weise verändern, wie Wertschöpfung generiert wird. Der demografische Wandel verknappt zudem die Verfügbarkeit von menschlicher Arbeitsleistung. Es ist daher wichtig, kontinuierlich in die Optimierung und Neugestaltung von Arbeitsprozessen zu investieren, um die Wertschöpfung in Deutschland auf einem hohen Niveau zu halten.
Nach jüngsten Studien wird jedoch festgestellt, dass die menschlich erzeugte Wertschöpfung auch in Zukunft (Prognosezeitraum bis 2035) nicht weniger als 70 % der Produktionsunternehmen kennzeichnen wird, weil die Automatisierung bei 30 % des Produktionsvolumens ihre Grenze erreichen wird und der Mensch und seine flexibel einsetzbare Arbeitskraft ihre Vorteile in Know-how, Feedback und Innovation ausspielen werden.
Ergänzend:
Arbeitsleistungen aus Dienstleistungen (z.B. Tätigkeiten in Krankenhäusern, der Gastronomie etc.) sind den wertschöpfenden Arbeitsplätzen zuzuordnen. Beispielgebend hier ist diese Aussage auf Produktionsunternehmen hin gefasst. Bei Dienstleistungen werden Wert und Anteil der menschlichen Arbeit noch länger sehr viel höher sein und somit die Automatisierung früher ihre Grenze finden und teilweise keine Anwendung finden.
Alle Ansprachen sind geschlechter-übergreifend zu verstehen und nur zur Lese-Vereinfachung in männlicher Ausführung.
Wissenswert …
Automatisierung und KI ist das große Thema der letzten Jahre und wird es weiterhin sein. Aber Fakt ist:
Handgeführte Arbeit wird noch sehr, sehr viele Jahre in mehr als 70% des Produktionsvolumens der fertigenden Industrie Bestand haben nur 25 – 30% der Tätigkeiten der Industrie sind wegen ihrer einfachen Struktur und der hohen Wiederholungsrate in den nächsten 10 Jahren mit Automatisierungen auszustatten. Menschen arbeiten variabler in der Ausführung, flexibler hinsichtlich wechselnder Arbeitsaufgaben und geben kontinuierlich Feedback zu Verbesserungen.
Die Ergonomiker arbeiten genau in dem Feld physische Arbeit zu erleichtern und Stress vom menschlichen Körper zu nehmen. Dies durch biomechanische Maßnahmen hinsichtlich Bewegungsveränderungen, Änderungen des Arbeitsumfeldes und/oder durch die Einbeziehung von manuell geführter Handhabungstechnik. Alles gepaart mit kontinuierlicher Begleitung, Schulung und fortlaufender Abstimmung mit den Beteiligten.
Nie über den Kopf der Anwender/-innen hinweg.
… und wichtig!
Durch wiederkehrendes Heben und Tragen werden die Muskulatur und das menschliche Knochengerüst belastet oder im schlimmsten Falle (dauerhaft) geschädigt. In der Folge:
Hohe Ausfallkosten und Entfall von Know-how, die einem Betrieb durch fehlende und nicht (voll) einsetzbare Mitarbeiter/-innen entstehen, wenn die Ergonomie am Arbeitsplatz vernachlässigt wird.
Neben Heben und Tragen gibt es noch weitere Arten der Bewegung bei wertschöpfenden Tätigkeiten in der Produktion und ihrem Vor-, Zu- und Nachlauf. Dazu gehören beispielsweise Schieben, Ziehen, Drehen, Bücken, Strecken, Greifen, Halten, Knien und Stehen.
Es ist Voraussetzung, all diese Bewegungen ergonomisch zu gestalten, um die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeitenden zu gewährleisten und so langfristig die Produktivität zu sichern.
Die Kernkompetenz der Ergonomiker für "Die gesunde Produktion" jetzt nutzen, um beste Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.
Alle Ansprachen sind geschlechter-übergreifend zu verstehen und nur zur Lese-Vereinfachung im generischen Maskulinum.